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Zum Geißenschlupf auf dem Kippkopf

Eine Sommertagstour rund um Leimen - Freier Blick über das Gräfensteiner Land


Er soll ein Hasenfuß gewesen sein, der Joseph aus Leimen, der am Hang des Kippkopfes seine Geißen weiden ließ. An der Südecke des felsgekrönten Bergrückens zeigt sich eine von Wind und Wetter gezeichnete, hohe Felsenstirn. Darunter öffnet sich in Bodennähe eine kleine Spalthöhle, ein Schlupfloch für Josephs Geißen. Eines Tages hörte Joseph aus der Höhle ein lautes Gepolter und Rumoren. Das kann nur der Teufel sein, der so lautstark räsoniert, fürchtet sich Joseph.

Blick vom Rastplatz auf dem Kippkopf über das Gräfensteiner Land.(Foto: Burger) Von der Angst, die im im Nacken saß getrieben, lief er laut klagend ins Dorf und bat flehentlich um Hilfe für seine Geißen. Einige beherzte Burschen, die mit Knüppeln bewaffnet zum Geißenschlupf eilten, fanden dort einen stattlichen Keiler, der laut grunzend aus der Höhle flüchtete und zwischen den Bäumen das Weite suchte.

Wir kommen zum Geißenschlupf, wenn wir in Leimen die Markierung "roter Strich" aufnehmen und mit ihr bei der Pension Arnold abwärts gehen in die "Brunnenstube". Die Markierung steigt bergan auf einen Wirtschaftsweg, wendet sich aber gleich wieder nach rechts und führt durch die Gewanne "Felsengarten" ins obere Schwormtal. Unterwegs liegt am Hang der "Geusau-Stein", der an den Gräfensteiner Oberjägermeister, Freiherr Carl von Geusau erinnert, der beim Wegebau im Jahre 1790 den hilfsbereiten Untertanen für ihre Mitarbeit ein Teil ihrer Steuern erließ.

Vom gegenüberliegenden Hang herunter kommen die Lokalmarkierungen "9" und "3". Sie überschreiten kurz vor dem "Fritz Claus Gedächtnisstein" das Tal und folgen dem Pfad der nach links ansteigt. Wir lassen den "roten Strich" weiter talabwärts laufen und gehen mit der "3" auf den Felsenpfad zu den Kippkopf-Felsen. In einer Kehre steigt die "9" durch eine Klamm auf die Höhe. Die "3" führt uns zum Geißenschlupf. Wir stehen vor einer hohen, zerklüfteten Felsenwand. Ein von ungeübter Hand geschriebenes verwaschenes Schild erinnert noch heute an das vielbelächelte Ereignis.

Der Pfad windet sich durch die umherliegenden Felsbrocken, schlüpft durch ein enges Felsentor und steigt hinauf auf die Felskante des Kippkopfes. Nach links zeigt ein Hinweis "zur schönen Aussicht". Unter alten Kiefern stehende Sitzgruppen laden zur Rast. Die Felskante ist abgesichert und gibt den Blick frei über das Gräfensteiner Land. Mitten im Kranz der bewaldeten Berge und Hügel liegt Merzalben.

Wir gehen zurück zur "3" und mit ihr auf den Höhenweg in Richtung Leimen. Die "9" kommt von links aus der Klamm. Sie nimmt uns mit auf den Rücken des Hengstberges. Die Markierung, die eine große Runde um Leimen schlägt, führt uns auf einem bequemen, abwechslungsreichen Höhenweg um den "Höchsten". Gemeint sind die am höchsten gelegenen Ackerfluren, die heute als Weideland genutzt werden. Sie ist ein zuverlässiger Wanderführer. Auch dort, wo es nahe dem Waldrand nach rechts durch ein Dickicht geht. Sie kommt auf einen schmalen, wenig begangenen Pfad, der an der Bornfelderhalde abwärts führt und in einen breiten Forstweg mündet.

Eine schräg liegende Felsplatte bildet ein Felsentor.(Foto: Burger) Nach einem kurzen Anstieg stehen wir an einer Weggabel. Die Markierung zeigt erneut abwärts, schlüpft aber in der in Sichtweite liegenden Kehre nach links zu einem ehemaligen Weideplatz und Tränkebrunnen. Die Senke, in der der Wählbrunnen entspringt, ist verwachsen und versumpft. Oberhalb der Suhle steht eine Jagdkanzel.

Dorthin zieht ein schmaler Pfad. Die "9" wendet sich zuvor nach rechts. Sie folgt dem Weg am Wiesenrand, bis zum alten Grenzstein. Am Waldrand gehen wir entlang des Wildzaunes auf die Ebene. Dort beginnt das abgezäunte Areal der Forstverwaltung. Gegenüber dem Leimener Forsthaus kommen wir auf die Landstraße.

Über die Alte Straße zurück nach Leimen
Die "9" überspringt, nach links, die Landstraße und führt uns auf dem Weg entlang des Forstgartens, wieder in den Wald. Nach einer langen Geraden treffen wir auf eine breite Wegtrasse, bei der sich der "gelbe Strich" zu uns gesellt. Zwischen Waldlauf und einer großen Pferdekoppel wandern wir auf der "Alten Straße" in Richtung Leimen. Knorrige Eichen und alte vom Wind gebeugte Kiefern stehen längs des Weges. Beim Holzlagerplatz kommen die Markierungen "roter Strich" und "weißes Kreuz" aus dem Scharzbachtal auf die Höhe.

Gemeinsam führen sie am Sportplatz vorbei zum Ausgangspunkt unserer Sommertagstour. Die "9", die ihre Runde beim Röderhof begonnen hat, geht nach rechts ab und führt dorthin zurück. Die Wanderung zum Geißenschlupf und über den Hengstberg zum Leimener Forsthaus und zurück, dauert etwa drei Stunden.

Text und Fotos: Fritz Burger
Quelle: Pirmasenser Zeitung